Neuen oder vorhandenen Baum nutzen?

Einen neuen oder vorhandenen Baum für die Denkprozessen der Engpasstheorie nutzen? Diese Frage habe ich mir während der Benutzung von unterschiedlichen Bäumen Gedanken gemacht. Ob und wie gut eine Erstellung eines Baumes beim Kunden funktioniert, hängt stark davon ab, ob und wie die Teilnehmer mitarbeiten.

Ob Sie nun einen neuen oder vorhandenen Baum nutzen sollen, wird sich spätestens dann einmal stellen, wenn Sie mit einer Gruppe arbeiten und lange sich kein Baum abzeichnen will. Das kann unter anderem daran liegen, dass

  • diese Methode das erste Mal angewendet wird und sich die Teilnehmer noch nicht so recht trauen mitzuarbeiten. Eine gewisse Unsicherheit und das erste praktische Beispiel fehlen, um sich auf diese Denkweise einzustellen.
  • die Teilnehmer sich noch nicht so recht mit der Methode selber anfreunden können. Kann das wirklich so „einfach“ sein? Ich nutze ja nur und sowie oder und klebe ein paar Zettel?
  • es grundlegende Konflikte im Team gibt und die Gruppe zusammen nicht konstruktiv arbeiten will oder kann.
  • Sie vielleicht falsche / zu viele / zu wenige Stakeholder für Ihr System gefunden haben

Das alles ist ein normaler Prozess und kann durch den Moderator gesteuert werden. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es für viele Teilnehmer einfacher ist, auf einem vorhandenen Baum aufzusetzen. Die Details über die Verwendung eines neuen oder vorhandenen Baum finden Sie im folgenden nach Themen aufgeschlüsselt.

„Wir haben zu viel Personal, deshalb sind die Personalkosten bei unserem Unternehmen zu hoch!“. Wenn diese Aussage erarbeitet werden und durch Entitäten dargestellt werden soll, dann kann es eine Zeit dauern

  • Teilnehmer trauen sich noch nicht so recht, diese Tatsache zu nennen
  • Teilnehmer sehen dieses Problem gar nicht
  • Teilnehmer sehen dieses Zusammenhang nicht (siehe legitime Vorbehalte)

Bekommen die Teilnehmer allerdings einen Baum, indem dieser Sachverhalt bereits zu sehen ist, dann sind die Aktivitäten in der Regel sehr schnell vorhanden. Die Tatsache kennt jeder aus seinem eigenen Erfahrungsschatz: es ist immer einfacher etwas zu einem bestehenden Sachverhalt zu sagen, als Prozesse und Abläufe auf der grünen Wiese zu entwickeln.

Beeinflussung des Systems

Wie auch immer der Baum aussehen mag, den Sie vorgeben wollen. Er beeinflusst natürlich das System im Vorfeld. Sie können den Test selbst ausprobieren. Fragen Sie jemanden nach einer Situation ohne jegliche Hilfestellung und fragen Sie Ihn noch einmal mit anderen Rahmenbedingungen – das Ergebnis ist immer ein anderes.

Gefahren bei Vorgaben

Die Rückmeldungen zu diesem Vorgehen sind unterschiedlich. So wurde mir bestätigt, dass es besser sei auf einem Baum aufzusetzen. Andere Stimmen sagten genau das Gegenteil, sie fühlten sich in der Freiheit der Gedanken beeinflusst.

Vorteile

  • Die Teilnehmer sind schneller im Thema. Sie sehen einen konkreten Baum.
  • Die Teilnehmer brauchen weniger Zeit, wenn der Baum die Realität gut darstellt

Nachteile

  • Die Teilnehmer werden beeinflusst und kommen zu anderen Ergebnissen
  • Es muss eine Vor- und Aufbereitung mit einer Gruppe durchgeführt werden, um den Baum initial zu erstellen

In Abhängigkeit der Situation entscheiden

Wägen Sie ab. Es hängt an der Aufgabenstellung, was am besten geeignet ist. Der Einsatz für oder gegen den Einsatz eines Baumes kann nur im Einzelfall entschieden werden. Wenn die Teilnehmer grundsätzlich bekannt sind, weniger aktiv zu sein, dann ziehen Sie die Möglichkeit eines vorhandenen Baumes in Betracht. Oft können Sie diese Eigenschaft der Gruppe aber erst bei dem Workshop erkennen.

 

Ich habe ebenfalls alles erlebt und kann keine eindeutige Entscheidung oder Empfehlung geben. Das ist in der Tat schwierig, grundsätzlich würde ich versuchen eher auf ein Beispiel und die Aktivierung der Teilnehmer im Vorfeld setzen, als einen Baum vorzugeben. Anders sieht es aus, wenn Sie den Baum inkrementell erstellen wollen oder müssen. Dann bauen Gruppen auf Bäumen auf.

 

 

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