Legitime Vorbehalte

Legitime Vorbehalte

Die legitime Vorbehalte bieten die Möglichkeit, erstellte Bäume, wie bspw. den Gegenwartsbaum oder Zukunftsbaum, auf Denkfehler und implizite Annahmen zu prüfen. Die legitimen Vorbehalte erlauben es so, eine Art Checkliste nutzen zu können, die es ermöglicht, den erstellten Baum zu prüfen.

Lisa Scheinkopf hat in Ihrem Buch Thinking for Change und in dem Kindle Auszug vom Kapitel 26 aus dem Theory of Constraint Handbook die legitimen Vorbehalte beschrieben. Während Sie im Thinking for Change vom

  • Level 1 und
  • Level 2

spricht, hat sich das im Theory of Constraint Handbook etwas geändert. Hier spricht Sie von

  • Level 1,
  • Level 2 und
  • Level 3

Ich persönlich finde es unwichtig, unter welchem Level die legitimen Vorbehalte zusammen gefasst werden. Wichtig ist es, dass Sie die Summe der legitimen Vorbehalte anwenden und für Ihren Baum auch prüfen. Jede Grund-Ursache-Beziehung kann solchen legitimen Vorbehalten unterliegen. Über den neu hinzugekommenden Effekt berichte ich später noch einmal genauer.

Ebenen der legitimen Vorbehalte

Die legitimen Vorbehalte beziehen sich auf:

Je nach Literaturquelle, gibt es nun zwei oder drei Ebenen. Diese möchte ich in der folgenden Tabelle einmal genauer darstellen.

Legitime Vorbehalte (zwei Ebenen)

Level 1

  • Existenz
  • Klarheit
  • Kausalität

Level 2

  • Zusätzlicher Grund
  • Unzureichender Effekt
  • Vorhersehbarer Effekt

Legitime Vorbehalte (drei Ebenen)

Level 1

  • Klarheit

Level 2

  • Existenz
  • Kausalität

Level 3

  • Unzureichender Effekt
  • Vorhersehbarer Effekt
  • Zusätzlicher Grund
  • „House-on-Fire-Reservation“

Ich persönlich folge immer den zwei Ebenen für die legitimen Vorbehalte. Grundsätzlich sollte Ihr Vorgehen immer der Reihe nachsein. Level 1 vor Level 2 und ggf. dann Level 3.

Die legitimen Vorbehalte im Detail

Die legitimen Vorbehalte stellen eine Art Überprüfung für den eigenen Baum dar. Das bedeutet, dass Sie sich bei der Erstellung des Baumes immer fragen sollte, ob dieser Baum auch „korrekt“ ist. Ob er wirklich „korrekt“ ist, kann nur die Zukunft zeigen. Es lassen sich aber einige falsche (implizite) Annahmen und Denkfehler ausschließen, in dem Sie bestimmte Prüfungen vornehmen. Bei dem legitimen Vorbehalt der Existenz geht es um die Fragestellung, ob die Entität überhaupt existiert! Sie darf kein Selbstzweck sein. Die entscheidensten legitimen Vorbehalte sind die Existenz, Klarheit und die Darstellung der Grund-Ursache-Beziehung. Erfahrungsgemäß gibt es hier den meisten Abstimmungsbedarf. Legen Sie den Fokus also auf diese legitimen Vorbehalte im Level 1 (oder auch Level 2, wenn Sie drei Level betrachten). Die wichtigsten Punkte zur Durchführung sind:

  • Mit allen Stakeholdern sprechen und diskutieren, um die Gesamtansicht zu bekommen
  • Lautes, schrittweises Vorlesen und Wiederholen der Entitäten des Baumes
  • Lösen Sie die Unklarheiten sofort – besser ein kleinerer abgestimmter Baum, als ein kompletter Baum, der Fehler enthält.

Literaturquellen

  • Thinking for a Change: Putting the Toc Thinking Processes to Use (APICS Constraints Management) (Englisch), Lisa Scheinkopf, Gebundene Ausgabe – 26. Januar 1999
  • Theory of Constraints Handbook [Kindle Edition], James F. Cox III (Autor), John Schleier (Autor)
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